Geschichte der Bruderschaft

Ursprung der St. Sebastianus-Bruderschaft und ihre Entwicklung in Wachtendonk

Die erste Ansiedlungen im Gebiet der jetzigen Gemeinde Wachtendonk wurden am
westlichen Niersufer genannt, in dem damaligen Land Geissern.
Man nimmt heute an, dass die ersten Ansiedlungen bereits vor 1500 Jahren erfolgt sein
mussten und auch schon früh die christliche Lehre im Land Geisseren verbreitet war.

Die Kirche von Geisseren, dem Hl. Sebastianus geweiht, stand ungefähr an der Stelle der
jetzigen St. Sebastianuskapelle auf dem heutigen Friedhof von Wachtendonk.
Mitte des 14. Jahrhunderts wird Wachtendonk erstmals als „oppidum“ (Stadt) erwähnt.
Im Jahr 2004 feierte die Gemeinde Wachtendonk u.a. das Jubiläum „650 Jahre Stadt
Wachtendonk“.

Es ist höchstwahrscheinlich, dass während der kriegerischen Auseinandersetzungen, die zu
jener Zeit in und um Wachtendonk stattgefunden haben, sich beherzte Bürger zusammen
taten, um den Schutz der Kirche und der Bewohner zu übernehmen. Man nimmt daher an,
dass die Bruderschaften des Landes Geissern und des späteren Landes sowie der Stadt
Wachtendonk hier ihre Gründung erlebt haben.

Das genaue Alter der St. Sebastianusbruderschaft kann leider nicht bis in die Ursprünge
verfolgt werden. 1992 feierten die beiden Bruderschaften, die Vereinigte St. Sebastianus und
St. Michaels-Schützenbruderschaft Wachtendonk-Gelinter und die Vereinigte St. Sebastianus
und St. Laurentius Schützenbruderschaft Ribbrocker eV, die wohl eine gemeinsamen
Ursprung haben, ihr 400-jähriges Bestehen, weil seinerzeit als früheste bekannte Erwähnung
einer St. Sebastianusbruderschaft in Wachtendonk das Jahr 1592 galt, bestätigt durch eine
Urkunde des Diözesanarchivs Münster.

Bereits 2 Jahre nach dem Jubiläum, im Jahr 1994, fand der Heimatforscher Josef Jennen im
Archiv der Gemeinde Wachtendonk einen Hinweis, dass es eine noch frühere Erwähnung der
St. Sebastianusbruderschaft geben könnte. In den Annalen des Hist. Vereins für den
Niederrhein „Niederrheinische Pfarrkirchen um 1500“ von Friedrich Wilhelm Oediger fand er
den Vermerk über die Genehmigung des Herzogs Johann von Kleve aus dem Jahre 1478 zur
Aufstellung eines Altares durch drei Bruderschaften bzw. Gilden: der St. Anthonii, St. Jacobi
und der St. Sebastiani Bruderschaft.

Da der Herzog von Kleve seit dem Jahre 1473 Pfandherr der Stadt und des Landes
Wachtendonk war, konnte nur er diese Genehmigung erteilen. Die Original-Urkunde befindet
sich im Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf. Mit dieser Urkunde wird der Nachweis erbracht,
dass die St. Sebastianus-Bruderschaft bereits im Jahre 1478 bestanden hat.

Es sei erwähnt, dass in den Anfängen der St. Sebastianus Bruderschaft die Bereiche der
beiden Ortschaften Ribbrocker und Gelinter zusammengefasst waren. Erst im Jahre 1924
erfolgte in den geschichtlichen Überlieferungen wieder eine Nennung der St. Sebastianus
Bruderschaft Ribbrocker. In diesem Jahr wurden die Statuten der Gelinter und Ribbrocker
St. Sebastianus-Bruderschaft neu erstellt. Hierdurch ist die Trennung der beiden St.
Sebastianus-Bruderschaften Gelinter und Ribbrocker belegt.

Die beiden Bruderschaften waren so genannte Männerbruderschaften, deren Zugang nur
verheirateten Schützenbrüdern vorbehalten war. Neben den St. Sebastianus-Bruderschaften
bestanden in beiden Ortschaften auch Junggesellen-Bruderschaften. Am 13. November 1968
schlossen sich in der Ortschaft Gelinter die beiden Bruderschaften zu der „Vereinigten St.
Sebastianus- und St. Michaels-Schützenbruderschaft Wachtendonk-Gelinter“ zusammen.

Zur Geschichte der Honnenkapelle